Anfängertipps

 

Ausführliche Tipps von Lambert

 

 

Welches Teleskop soll ich mir kaufen?

Fast jeder Anfänger stellt sich die gleiche Frage: Welches Teleskop sollte ich mir kaufen? Auf diese Frage gibt es fast 

immer die gleiche Antwort: Na, das kommt drauf an, was Sie machen wollen. 
Verschiedene Bereiche wie Sonnen-, Mond-, Planeten- oder Deep Sky-Beobachtung sind in der Regel der Einstieg für 

den Anfänger. Und für jeden Bereich gibt es die geeigneten Teleskope. 

Meistens weiß man aber noch gar nicht, was man denn am liebsten beobachten möchte. Möglicherweise sind ja auch 

alle Bereiche interessant. 
Ich werde versuchen, Ihnen aus meiner eigenen Sicht kurz die Thematik zu erklären und eine Antwort auf Ihre Frage zu 

geben.

Dazu vorab zum besseren Verständnis zwei Begriffe:

• Teleskopöffnung
Die Teleskopöffnung bezeichnet den Durchmesser des Teleskopspiegels oder der Teleskoplinse, gemessen in mm oder 

Zoll, z.B. 200mm = 8 Zoll oder 8“.

• Vergrößerung
Die Vergrößerung wird beim Teleskop durch das Verhältnis von Teleskopbrennweite und Okularbrennweite bestimmt. 

Zum Beispiel: Die Brennweite eines Teleskops beträgt 1200mm. Das ergibt bei Verwendung eines Okulars mit 12mm 

Brennweite eine Vergrößerung von 1200mm : 12mm = 100fach, bei einem Okular mit 6mm eine Vergrößerung von 

200fach etc.

 



Was kann ich am Himmel beobachten?

Sonne
Zur Sonnenbeobachtung benötigen Sie als Wichtigstes einen Filter, der die Öffnung des Teleskops oder die Teleskoplinse 

abdeckt und die Helligkeit auf eine ungefährliche Stärke reduziert.
Heute verwendet man dazu meistens eine Sonnenfilter-Folie. 

Schauen Sie niemals durch ein Teleskop, einen Sucher oder Fernglas, welches nicht durch eine Sonnenfilter-Folie 

abgedeckt ist! Ihre Augen würden auf jeden Fall großen Schaden nehmen oder im schlimmsten Fall erblinden. 
Verwenden Sie keine Aluminium-Rettungsfolie oder ähnliches. Auch Sonnenfilter, die in das Okular geschraubt werden sind

sehr gefährlich, da diese durch die Hitze, die im Brennpunkt des Teleskops entsteht platzen können. Lassen Sie auch nie 

Kinder unbeaufsichtigt an Teleskope, die auf die Sonne gerichtet sind. 

Zum ersten Mal beobachten Sie als Anfänger die Sonne am Besten mit einem erfahrenen Beobachter und lassen Sie sich

in den Umgang mit einer Sonnenfilter-Folie einweisen.

• Die Teleskopöffnung
Durch die große Helligkeit der Sonne – auch durch einen Sonnenfilter - benötigen Sie kein Teleskop mit großer Öffnung. 

Teleskope mit einer kleinen Öffnung von 70mm – 90mm reichen hierbei für den Einstieg.

• Die Vergrößerung
Mit Vergrößerungen von 70fach bis 150fach können z. B., die sich ständig verändernden Sonnenflecken auf der Sonnen-

oberfläche gut beobachten.


Mond
Der Mond ist sehr gut zu sehen, einfach zu beobachten und als astronomisches Beobachtungsobjekt sehr hell.

• Die Teleskopöffnung
Auch für die Beobachtung des Mondes benötigen Sie in der Regel kein Teleskop mit sehr großer Öffnung. Teleskope mit 

einer kleinen Öffnung von 70mm – 90mm, wie bei der Sonnenbeobachtung reichen hierbei für den Anfang.

• Die Vergrößerung
Vergrößerungen von 70fach bis 150fach sind ausreichend wenn Sie sehr Details wie Krater, Gebirge und Rillen auf der Mondoberfläche beobachten wollen.
Doch Vergrößerung ist nicht alles! Ein etwas weniger vergrößertes Bild kann schärfer und klarer sein.


Planeten
Für Planetenbeobachtung gilt Ähnliches. Als Objekt sind Planeten zwar scheinbar ungleich kleiner, ihre Helligkeit ist 

jedochimmer noch relativ groß. Lohnende Objekte sind hier in erster Linie Saturn, Jupiter und Mars mit ihren Monden. 

Und auch mit kleinen Teleskopen können Sie das Ringsystem des Saturns, die Wolkenbänder auf Jupiter und die hellsten Jupitermonde beobachten.


Deep Sky
Als Deep Sky bezeichnet man im allgemeinen Objekte wie Sternhaufen, Nebel und Galaxien, also alles Objekte, die nicht 

zu unserem Sonnensystem gehören. Sie sind im Vergleich zu Mond und Planeten wesentlich weniger hell und ihre 

Ausdehnung am Himmel ist oft auch größer. 

Viele von den bekanntesten sichtbaren Deep Sky Objekten sind im so genannten Messier-Katalog beschrieben. Der Reiz 

kann im Suchen und Finden der unzähligen, oft Millionen von Lichtjahren entfernten Nebel und Galaxien liegen oder auch 

im Beobachten von Details in schwach sichtbaren Objekten. Die Deep Sky Beobachtung stellt damit andere Ansprüche

an das Teleskop als die Beobachtung von Mond und Planeten.

Ein wichtiger Aspekt der Deep Sky Beobachtung ist die Dunkelheit des Himmels am Beobachtungsstandort. Je dunkler 

der Himmel ist, desto leichter können Sie die Objekte sehen und Details, wie z. B. Spiralarme in Galaxien beobachten. 

Auch die benötigte Teleskopöffnung, die für die Sichtung eines Objektes erforderlich ist, wird kleiner, je dunkler der 

Himmel ist. 

So brauchen Sie in der Regel für die Vorstadt eine größere Teleskopöffnung, um schwache Objekte sehen zu können 

als unter einem dunklen Landhimmel und schon mit einer halben Stunde Autofahrt können Sie ihre Beobachtungs-

bedingungen wesentlich verbessern. 

• Die Teleskopöffnung:
Da die Öffnung ausschlaggebend für das gesammelte Licht ist, sollten Sie hierbei Teleskope mit 
größerer Öffnung ab 8“ (200mm) verwenden.

• Die Vergrößerung:
Bei Deep Sky Beobachtung werden verschiedene Vergrößerungen verwendet. Für große, neblige Objekte sind geringe Vergrößerungen von oft nur 50 – 70fach ausreichend, während Sie z. B. für kleinere Galaxien und planetarische Nebel

auch hohe Vergrößerungen von 200fach anwenden können.

 

 

 


Die Montierung

Es gibt zwei grundsätzliche Arten, ein Teleskop zu montieren: azimutal oder äquatorial. Mit der azimutalen Montierung 

können Sie ein Teleskop einfach in der waagerechten und der senkrechten Achse bewegen und Objekte leicht auffinden. 

Eine beliebte Variante dieser Montierung ist die Dobson-Montierung, bei der das Teleskop auf einer einfach aufzubauenden Holzkonstruktion aufliegt. 

Allerdings müssen Sie bei der azimutalen Montierung das Teleskop in zwei Achsen per Hand bewegen, um das sich durch

die Erddrehung bewegende Objekt nachzuführen. 
Elektronische Goto-Teleskope mit azimutaler Montierung sind motorisiert. Sie finden und führen ein Objekt automatisch 

nach.

Für die korrekte Verwendung eines Goto-Teleskops müssen Sie allerdings die hellsten Sterne kennen, und einen relativ 

freien Blick in alle Richtungen haben, da Sie das Teleskop an diesen Sternen ausrichten müssen.

Bei der äquatorialen Montierung muss einer der Achsen so ausgerichtet sein, dass Sie zum Himmelspol zeigt. Durch die 

Drehung in dieser Achse per Hand können Sie das Teleskop in Ost-West-Richtung bewegen - die gleiche Richtung in der

die Sterne scheinbar über den Himmel wandern. 

Dadurch genügt bei der äquatorialen Montierung die Bewegung einer Achse, um ein Objekt einfach nachzuführen. Dies 

kann natürlich auch hierbei motorisiert erfolgen. Äquatoriale Montierungen sind allerdings schwerer und komplizierter 

aufzubauen und einzurichten als azimutale Montierungen.


Ein Einsteigerteleskop

Eie guter Einstieg zum Beobachten von Planeten und Deep Sky Objekten bietet ein Teleskop mit einer mittelgroßen

Öffnung von 8 Zoll (200mm) und einer langen Brennweite von ca. 1200mm.


• Eine günstige Variante
1. Dobson Teleskop mit 200mm Teleskopöffnung und 1200mm Brennweite, z. B. Orion, GSO, Skywatcher oder Galaxy
2. 1 Zoom-Okular 1,25" mit 8mm – 24mm Brennweite oder 2 Super-Plössl-Okulare 1,25" mit ca. 15mm und 9mm 

    Brennweite
3. 1 Weitwinkel Übersichtsokular 2" mit 32mm Brennweite
4. Leuchtpunktsucher als Ersatz zum Sucherfernrohr
5. Laserkollimator zur Justage der Spiegel
6. Kontrastfilter (UHC Filter)
7. Rotlichtlampe

Zusammen ca. 650 Euro


• Eine teure Variante
1. Goto Teleskop mit 200mm Teleskopöffnung und ca. 2000mm Brennweite, z.B. Meade LX90/LX200 oder Celestron C8
2. 1 Zoom-Okular 1,25" mit 8mm – 24mm Brennweite oder 2 Super-Plössl-Okulare 1,25" mit ca. 15mm und 9mm 

    Brennweite
3. 1 Weitwinkel Übersichtsokular 2" mit 32mm Brennweite
4. Leuchtpunktsucher als Ergänzung zum Sucherfernrohr
5. Kontrastfilter (UHC Filter)
6. Rotlichtlampe

Zusammen ca. 3000 Euro

Auch ist es sinnvoll, eine Astronomiegruppe in Ihrer Nähe zu kontaktieren oder ein Teleskoptreffen zu besuchen, damit

Sie die verschiedenen Teleskope "live" kennen lernen. Vielleicht entdecken Sie dabei schon eine Vorliebe für bestimmte

Teleskope.


Die "Lichtkanone"
Ein Teleskop mit einer großen Öffnung von 12 – 16 Zoll (250mm – 400mm) ist für den Anfänger schwierig zu handhaben. 

Der Transport und der Aufbau sind durch die Größe und das Gewicht des Tubus, des Spiegels und der Montierung oft

nicht mehr alleine zu schaffen. Auch die optimale Justage des Spiegels braucht bei dieser Größe einige Erfahrung.

 


Sinnvolles Zubehör

• Leuchtpunktsucher / Laserpointer / Telrad
Ein "normaler" Sucher zeigt in der Regel ein seitenverkehrtes Bild und nur einen sehr kleinen Ausschnitt des Himmels.

Das macht es oft sehr schwierig ein bestimmtes Objekt zu finden. Dagegen wird beim Blick durch einen Leuchtpunkt-

sucher der Himmel mit einen roten Punkt oder eine Art Fadenkreuz ergänzt, die scheinbar auf dem Himmel projektiert 

werden. Da ein Leuchtpunktsucher dabei ohne Vergrößerung arbeitet, erhalten Sie einen großen Überblick und können

die Positionen der Objekte leichter auffinden.

• Laserkollimator
Ein Newton-Spiegelteleskop muss durch seine Bauart regelmäßig, vor allem nach jeglichem Transport justiert werden. 

Am besten funktioniert das mit einem Laserkollimator. 

• Rotlichtlampe (siehe auch unter - zu verkaufen - )
Das Auge passt sich nach einigen Minuten an die Dunkelheit an, indem die Pupillen sich erweitern. So gelangt mehr

Licht in das Auge und an die Netzhaut und Sie können lichtschwächere Objekte sehen. 

Damit auch beim Betrachten einer Sternkarte diese "Dunkeladaption" nicht beeinträchtigt wird, gibt es spezielle Lampen,

die ein rotes Licht ausstrahlen, welches die Adaptation nicht stört. 

Sehr komfortabel sind Lampen, die mit einem kleinen Gurt am Kopf getragen werden können. Mit diesen haben Sie beide

Hände frei und oft ist ein zusätzliches "Weißlicht" integriert, welches Sie später beim Abbau desTeleskops verwenden 

können. Rotlichtlampen können Sie auch leicht selbst herstellen, z.B. leistet eine mit transparenter, roter Folie abgeklebte Taschenlampe gute Dienste.

• Kontrastfilter
Für die Beobachtung bei einem durch Stadtlicht aufgehellten Himmel kann es von Vorteil sein, einen Kontrastfilter, wie z.B.

einen UHC-Filter zu verwenden. Dieser filtert einen großen Teil des Streulichtes aus, so daß viele Nebel einen höheren 

Kontrast zum Hintergrund des Himmels zeigen und oft besser zu sehen sind.

 


Kann ich auch mit einem Fernglas astronomisch beobachten?

Für mich ist das Fernglas mittlerweile mein wichtigstes Beobachtungsinstrument. Die Vergrößerung reicht zwar in der 

Regel nicht aus, auf den Planeten Einzelheiten zu erkennen oder kleinere Sternhaufen in einzelne Sterne aufzulösen, aber

Sie können viele interessante Deep Sky Objekte wie Galaxien, Nebel, größere Sternhaufen oder auch Kometen mit dem 

Fernglas betrachten. 
Auch auf dem Mond lassen sich mit einer niedrigen Vergrößerung Krater, Gebirge und die Mare erkennen. 

Für den Anfänger ist auch das große Gesichtsfeld des Fernglases von Vorteil: so können Sie mit dem viel größeren Himmelsausschnitt Objekte leichter finden und ein sicheres Gefühl für deren Position erlernen. 

Danach ist auch ein Auffinden bei höheren Vergrößerungen und kleinerem Gesichtsfeld einfacher. 

Außerdem sind einige Objekte wie z. B die Andromeda Galaxie oder die Plejaden gerade in einem Fernglas am besten zu überblicken. Zum ersten Kennenlernen des Himmels und als Ergänzung zum Teleskop ist ein Fernglas unersetzlich.

• Die Öffnung und Vergrößerung:
Für die astronomische Beobachtung sollten sie ein Fernglas mit einer kleinen Öffnung von mindestens 50 mm verwenden. 

Die Vergrößerung bei diesen Geräten ist dabei meistens 7fach oder 10fach.

Für die Beobachtung von schwächeren Objekten wird ein Fernglas mit einer mittelgroßen Öffnung von 60mm – 70mm 

benötigt. Diese Ferngläser haben eine Vergrößerung von meistens 10fach oder 15fach. 
Allerdings werden Sie ab einer 15fachen Vergrößerung ein zusätzliches Stativ benötigen, da das Bild bei dieser Vergrößerung

nicht mehr ruhig gehalten werden kann.



Ein Blick durchs Okular

Anfänger sind oft nach den ersten Beobachtungsnächten enttäuscht: Sie haben keine der mit großer Spannung gesuchten 

Objekte gefunden. Die fantastischen Aufnahmen der großen Teleskope zeigen Deep Sky Objekte in hellen, brillanten Farben. 

Doch der Blick durch das Okular ist meistens ganz anders. Nebel und Galaxien erscheinen als blasse, schwach sichtbare 

Gebilde, die manchmal auch nur auf den zweiten oder dritten Blick zu erkennen sind.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle am Beispiel von vier beliebten Deep Sky Objekten aufzeigen, wie diese im Okular 

aussehen können. Die Grafiken illustrieren den Anblick in verschiedenen Vergrößerungen durch ein Teleskop mit 300mm

Öffnung, ein Teleskop mit 200mm, ein Teleskop mit 100mm Öffnung und ein Fernglas mit 60 – 70 mm Öffnung unter 

einem dunklen und klaren Himmel außerhalb der Stadt.

Beobachten Sie bei einem aufgehellten Himmel in Stadtnähe, erscheinen die Objekte schwächer und dunkler. Bei einer Beobachtung aus der Stadt heraus können viele Deep-Sky Objekte gar nicht gesehen werden.

Zum Betrachten der Illustrationen stellen Sie die Helligkeit am Monitor so ein, dass bei folgender Grafik das zweite Quadrat

von links einen gerade sichtbaren, hellen Grauton und das zweite Quadrat von rechts einen gerade noch sichtbaren, dunklen Grauton anzeigt. Die beiden Quadrate links und rechts außen sollen weiß, bzw. schwarz erscheinen.

 

 



Offener Sternhaufen M11


Kugelsternhaufen M13



Ringnebel M57





Whirlpool Galaxie M51




Bevor Sie mit dem Beobachten beginnen, sollten Ihre Augen etwa 20 Minuten Zeit gehabt haben, sich an die Dunkelheit

zu gewöhnen. Genießen Sie den Anblick des Sternenhimmels und machen Sie sich mit den hellsten, sichtbaren Sternen

und Sternbildern vertraut. Wenn Sie noch ungeübt sind, beginnen Sie am besten mit der Suche nach einfachen Objekten,

wie z. B. hellen Sternhaufen. 

Bei schwächeren, nebligen Objekten sollten Sie sich auf jeden Fall fünf oder zehn Minuten Zeit nehmen, da meist erst 

nach einigen Minuten weitere Details sichtbar werden. Haben Sie Geduld! Fällt auf Ihren Standort Licht von z. B Laternen 

oder Hausbeleuchtung hilft ein dunkler Stoff, den Sie sich über den Kopf ziehen, so dass Ihre Augen und das Okular 

abgeschirmt sind.

Versuchen Sie auch einmal bei sehr schwach sichtbaren Nebeln und Galaxien, das Objekt nicht direkt anzuschauen, 

sondern leicht daran vorbeizublicken. Im Zentrum unserer Netzhaut, dem Bereich in dem wir scharf sehen, befinden sich 

sehr viele lichtunempfindliche Zäpfchen. 

Deshalb ist es nicht sinnvoll, solche schwachen Objekt direkt anzuschauen. Durch diese Technik - „indirektes Sehen“ 

genannt - können Sie wesentlich mehr Details erkennen. 

Eine weitere Methode beruht auf der Tatsache, daß unser Auge bewegte Objekte leichter erfassen kann. Schwenken 

Sie doch einmal das Teleskop leicht hin und her oder stoßen Sie den Tubus ein wenig an. So wird das beobachtete 

Objekt leicht bewegt und kann besser gesehen werden. Besonders für Objekte an der Grenze der Wahrnehmung ist

diese Technik geeignet. Objekt zu konzentrieren.



Wie finde ich ein Beobachtungsobjekt am Himmel?

Wenn Sie sich noch gar nicht am nächtlichen Himmel auskennen, ist es sinnvoll, als Erstes die bekanntesten Sternbilder

und deren hellsten Sterne kennen zu lernen. Sie können z.B. mit dem großen und dem kleinen Wagen beginnen, die beide

das ganze Jahr über zu sehen sind. 

Im Frühjahr ist der Löwe ein guter Startpunkt, im Sommer sind Schwan und Leier sehr schön zu sehen. Im Herbst strahlen Kassiopeia und Andromeda vom Himmel und der Winter zeigt den Stier, gejagt vom sehr auffälligen Orion. Dabei können Sie

schon die ersten "leichten" Objekte wie die Plejaden, die Hyaden, den Doppelsternhaufen h + chi im Perseus und auch die Andromeda Galaxie mit einem kleinen Fernglas entdecken. Aber auch solche Objekte, die nicht mit dem bloßen Auge 

sichtbar sind, können Sie leicht auffinden.

Für viele Objekte benutze ich dabei eine Methode, bei der das Zielobjekt an Hand von gedachten, geometrischen Figuren

gefunden wird. So steht z.B. der Kugelsternhaufen M92 an der Spitze eines nahezu gleichschenkligen Dreiecks, dessen 

Basis die beiden oberen Sterne des "Herkulesvierecks" bilden. 

Auch ein gleichschenkliges Dreieck bildet die Galaxie M101 im großen Wagen mit dem Doppelstern Alcor/Mizar und dem

Stern Benethnasch. Ein weiteres Beispiel ist der Doppelsternhaufen h + chi im Perseus, der ungefähr auf der Verlängerung 

eines der Schenkel des großen "W" der Kassiopeia liegt.

Die oben genannten Beispiele können Sie auf folgenden Grafiken sehen.

 


M92




M101




h und chi




Mit einem Fernglas können Sie diese Methode sehr einfach erlernen, da der sichtbare Himmelsausschnitt sehr groß ist. 

Bei Ihrem Teleskop sollten Sie mit einer niedrigen Vergrößerung und einem Übersichtsokular beginnen, um auch damit 

einen möglichst großen Ausschnitt des Himmels zu sehen. Nach dem erfolgreichen Auffinden können Sie dann das Objekt entsprechend vergrößern. Mit dieser Vorgangsweise sollte Ihrer ersten erfolgreichen Beobachtungsnacht nichts mehr 

im Wege stehen.

Trotz aller „Teleskop-Technik“ steht an erster Stelle aber immer der Spaß an der Beobachtung und Entdeckung des 

Himmels und die Faszination einer sternklaren Nacht.

„Wie sind alle Sternenmenschen, da wir alle aus Sternenstaub entstanden sind. Es ist sozusagen in unseren Genen

verankert, dass wir neugierig auf die Sterne sind. Sie stellen eine umwerfende Kraft dar, etwas, das wir nicht physisch

fassen können. Wenn Menschen ‚Warum, Gott?’ fragen, schauen Sie nicht auf den Boden, sondern hoch an den Himmel“ 

Stephen James O’Meara aus „Fasziniert von den Sternen“

Sternklare Nächte wünscht Lambert

 


Bei Fragen und Anregungen: lambert(bei)eifeltwister.de